6. Open Call Karlsruhe 2023 „Hier verweilen wir!“
Entstanden in Zusammenarbeit mit Luca Diefenbacher.
Der Kiosk ist als Institution des Gemeinschaffens zu betrachten. Oft verkannt oder als reine Versorgungsinfrastruktur gesehen, stellt er sich als Notwendigkeit für den Austausch der Stadtgesellschaft untereinander dar.
Der Kiosk sieht sich in der Tradition Aufenthalt und Konversation, ein Verweilen, überall in Karlsruhe und insbesondere am Bernhardusplatz zu ermöglichen. Die Reproduzierbarkeit und Loslösung vom vorbestimmten Kontext ist Grundvorraussetzung für die Möglichkeit der vielen Orte. Ist der Kontext nicht Bezugspunkt für einen architektonischen Ausdruck muss die innere Logik Ausgangspunkt des Entwerfens werden. Es rücken Aspekte wie die markante Dachform und die farbliche Codierung in den Vordergrund und bilden aus sich heraus einen neuen lokalen Kontext.
Die Diskrepanz zwischen Minimalraum für den Einzelnen und der Hüllfläche für alle stellt einen essenziellen Entwurfsparameter dar. Diese Unterscheidung äußert sich im Innenraum in gewählten robusten, leicht zu reinigenden und monochromen Oberflächen und Materialien. Im Gegensatz zum Inneren dient die Hüllfläche des Volumens dem Aufenthalt vieler, dem Erwerb am Kiosk oder dem Auffüllen der Trinkflasche am Trinkbrunnen.
Wichtig ist den Begriff der Nachhaltigkeit nicht linear zu begreifen sonder zirkulär. Daher reicht es nicht ausschließlich biologische Baustoffe zu verwenden. Viel zulange dreht sich die Nachhaltigkeitsdiskussion bereits ausschließlich um die Frage nach dem „richtigen“ Material. Viel wesentlicher erscheinen uns hierzu die Art der Fügung und Konstruktion. Es handelt sich um eine gänzlich sortenreine Konstruktion. Auf Verbundwerkstoffe wird verzichtet, genauso wie auf Klebe- oder nicht lösbare Verbindungen. Zum größten Teil werden biologische Baustoffe verwendet, welche wieder verwendet, oder in den Biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können. Die Materialien des technischen Kreislaufs, welche die Unterkonstruktion der Fassade, die Fensterleibungen und – Profile, sowie die Aufständerungen bilden werden ihren spezifischen Materialeigenschaften entsprechend verwendet. Sie können ebenfalls in ihren technischen Kreislauf zurückgeführt werden. Konsequenzen hieraus sind die Gründung auf reversible Schraubfundamente, ein konstruktiver Feuchtigkeitsschutz durch die Aufständerung des Kiosks im Ganzen, sowie im Speziellen der Dachhaut.





